Schiene als Schlüssel zur Dekarbonisierung

Möglichst CO2-freie Lieferketten für die Wirtschaft | Vereinfachung der klimafreundlichen Logistik | Intelligente Kombination von Schiene und Straße

Mit rund 20 Prozent Anteil am CO2-Ausstoß ist der Verkehrssektor der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen in Deutschland, nach der Energiewirtschaft und der Industrie. Rund ein Viertel des klimaschädlichen Gases entfällt dabei auf Schwerlaster. Experten zufolge wird die Verkehrsmenge auf deutschen Straßen in den kommenden Jahren sogar noch deutlich steigen. Gleichzeitig hat sich die Bundesregierung gemäß des Pariser Klimaschutzabkommens dazu verpflichtet, 42 Prozent CO2-Emissionen im Verkehrssektor gegenüber dem Referenzwert von 1990 einzusparen.

 

Dekarbonisierung ist die Lösung

 

Steigender Verkehr und sinkende Emissionen? Das erfordert langfristig einen Umstieg auf elektrisch betriebene Fahrzeuge und grüne Treibstoffe. Kurzfristig ließe sich das angestrebte Ziel erreichen, wenn der Gütertransport konsequenter als bislang auf die Schiene verlagert würde. Denn im Vergleich zu schweren Lkw verursachen Güterzuge etwa 80 Prozent weniger CO2. Ein einziger Zug könnte bis zu 52 schwere Lkw ersetzen. Schon heute holt DB Cargo jedes Jahr europaweit rund 22 Millionen Lkw von der Straße. Dadurch werden schon heute jährlich 7 Millionen Tonnen CO2 eingespart.

 

Die Schiene ist besser als der Lkw

 

„Tatsache ist, dass Güterzüge weniger Emissionen verursachen als schwere Lkw“, so Dr. Sigrid Nikutta, Vorstandsvorsitzende DB Cargo und Vorstand Güterverkehr Deutsche Bahn. „Tatsache ist aber auch, dass der Lkw aus dem Gütertransport nicht komplett wegzudenken ist. Daher sprechen wir vom kombinierten Verkehr, wo jedes Transportmittel seine Stärken voll ausspielen kann.“ Insbesondere im lokalen Nahtransport wird Deutschland weiterhin auf Lkw setzen müssen. Aber zwei Drittel der Verkehrsleistung auf der Straße sind Langstreckentransporte. Genau dafür ist die Bahn in jeder Hinsicht die bessere Wahl.

 

Konkrete Ziele der Initiative „Güter gehören auf die Schiene“

Um auf das Potenzial des klimafreundlichen Gütertransports aufmerksam zu machen, hat DB Cargo die Initiative „Güter gehören auf die Schiene“ gestartet. Damit verknüpft sind drei konkrete Ziele, mit denen die Verkehrswende gelingen kann:

  1. Die Wirtschaft auf möglichst emissionsarme Lieferkette umstellen.

    Wir realisieren den „ICE für Güter“ – ein Netz von Verbindungen, das mehrmals täglich die wichtigsten Wirtschaftszentren Deutschlands miteinander verbindet. Mit diesem System sichern wir klimafreundlich und nachhaltig die Versorgung von Industrie und Gesellschaft mit Waren und Gütern in nahezu allen Regionen Deutschlands. Damit sparen wir im Vergleich zum Lkw bis zu 80 % der CO2-Emissionen.

  2. Klimafreundliche Logistik leichter machen.

    Wir investieren in die Automatisierung und Digitalisierung unserer Infrastruktur, um mehr Tempo in die Logistikkette zu bringen. Digitale Informationssysteme machen grüne Logistik von der Buchung bis zur endgültigen Zustellung so einfach wie Online-Shopping.

  3. Schiene und Straße intelligent kombinieren.

    Das eine Verkehrsmittel, das in jeder Beziehung ideal ist, gibt es leider nicht. Der „Gamechanger“ für nachhaltige Mobilität sind Logistikketten, die für jede Etappe das richtige Transportmittel einsetzen. So lässt sich der Umweltvorteil der Schiene mit der Flexibilität der Straßenlogistik verbinden: Die Langstrecke von Terminal zu Terminal übernimmt die klimafreundliche Schiene, während der Lkw lediglich auf der „ersten und letzten Meile“ zwischen Unternehmen und unseren Terminals zum Einsatz kommt. Wir streben einen Ausbau dieses kombinierten Verkehrs an, sodass bis 2030 mehr als 50 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. So viel, als würde man jedes Jahr ein großes Steinkohlekraftwerk abschalten.